Chronik

Kennen Sie das Gnadental?

Der kleine Ort liegt idyllisch nahe Großaitingen zwischen dem Flussbett der Wertach im Osten und den sanft ansteigenden Hügeln des „Rauen Forstes“ im Westen hinter dem sich Reinhartshofen befindet.

Für Insider ist er längst ein Begriff, nicht zuletzt wegen seinem „Gnadental-Stüberl“, einer bekannten Ausflugsgaststätte, deren Besuch sich auf jeden Fall lohnt.

Man kann es leicht erreichen, sowohl über eine schmale Straße nahe der Ortskirche, als auch von Süden her auf einem geteerten Feldweg, wenn man Richtung Reinhartshofen fährt, ebenso von Norden kommend über den Modellflugplatz Wehringen.

Die Gründer des Gnadental-Stüberls

Zur Geschichte wäre folgendes zu sagen:

Als es nach Kriegsende eine Handvoll Vertriebener nach Großaitingen verschlug, verfügte der damalige Bürgermeister, die Neuankömmlinge sollten die „Moossiedlung“ als neues Domizil bekommen.

Es gefiel ihnen dort auf Anhieb so gut, dass sie meinten, nur durch die Gnade Gottes sei ihnen dieses Glück widerfahren und so baten sie den Ortshäuptling ihre neue Heimat „Gnadental“ nennen zu dürfen.

Im Jahre 1970 baute der Landwirt Alois Schwemm im Gnadental seine Hühnerfarm und beherbergte darin 14.000 „Kleinsiedler“.

Die Zeit verging und unser „Hendl-Farmer“ betätigt sich neben der Landwirtschaft nunmehr auch als Gast- und Festwirt. Er benötigte viel Platz für seine Gerätschaften, die Zeltplanen, die Lastwägen und dergleichen.

Also wurde im Gnadental eine Halle selbst gebaut. Warum eigentlich nicht gleich hier wohnen?

Gedacht, getan. Ein Eigenheim entstand, in seinen Dimensionen recht großzügig geplant wegen seiner drei Kinder: Maggi, Ise und Christian.

Doch als diese aus dem Haus waren, überkam dem Luis die große Langeweile: denn er hatte keine Gastwirtschaft mehr und Bierzelte gehen im Winter bekanntlich auch nicht besonders gut. So versuchte er sich zunächst als Züchter von Enten, Ziegen und Schafen. Dies war aber auch nicht das Gelbe vom Ei.

Da kam ihm die Idee schlechthin:

Wohnzimmer umbauen ergibt ca. 30 Plätze, was ebenso wie die kleine Küche ausreicht.

Es entstand das „Gnadental Stüberl“.

Die Kinder meinten zwar, dass kaum einer den Weg in dieses abgelegene Nest finden werde, doch der Luis blieb hart. Als Wirt war er wieder in seinem Element, die Irmi, sein Ehegespons, kochte und Tochter Isolde ( Ise ) bediente.

Nicht lange, dann war der Gastraum zu klein. Man baute den Freisitz aus und versah die Terrasse mit einem Dach.

Das „Gnadental-Stüberl“ wurde nach und nach zum Geheimtipp für Radler, Wanderer und Sonstige aus Nah und Fern, nicht nur wegen seiner guten Weißwürste am Freitag oder der deftigen Brotzeiten.

Im Sommer erwartet Sie dort ein schattiger Biergarten mit ca. 150 Plätzen. Unmittelbar daneben befindet sich eine große Spielweise, so dass Sie Ihre Kinder, falls nötig, ständig im Auge behalten können. E-Bikern steht während ihres Aufenthalts eine Ladestation für die Akkus zur Verfügung. Parkplätze für Autofahrer sind in genügender Zahl vorhanden.

Seit 1998 betreiben Irmi und Luis das Ausflugslokal gemeinsam mit Tochter Margarete (Maggi) und Schwiegersohn Antonio.

Das Ganze bleibt also das, was der Gast so sehr schätzt: Ein gemütlicher Familienbetrieb.

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